[Rezension] hier stirbt keiner - Lola Renn

Jugendbuch

Quelle: Verlagsseite
Verlag: FISCHER
Klappenbroschur mit 288 Seiten
ISBN: 978-3-7335-0325-3
Erschienen am 22.06.2017
Empfohlen ab 12 Jahren
Preis: € 12,99 (D)



Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen




Annikas Leben gerät gerade vollkommen aus den Fugen. Ihr großer Bruder Marek macht sich Richtung Amerika aus dem Staub, ihre beste Freundin scheint sie einfach nicht mehr zu verstehen und ihre Eltern haben ständig Streit. Und sie selbst weiß gar nicht, wie sie mit allem umgehen soll. Glücklicherweise gibt es dort Chris, Mareks besten Freund, in den sich Annika ein wenig verguckt hat. Hat der Sommer doch ich einiges zu bieten?

Bevor Lola Renn sich dem Schreiben widmete, studierte sie Kunst und illustrierte Kinderbücher. Dann aber entdeckte die Autorin, die sowohl in Berlin als auch Salt Lake City (USA) aufgewachsen ist, doch noch ihre Vorliebe für Romane.

"hier stirbt keiner" klingt sehr dramatisch und eher weniger nach einem Jugendbuch. Doch genau das steckt hinter dem wunderschönen und verträumten Cover, das meine ganze Aufmerksamkeit geweckt hat. Auf gut 283 Seiten lernt der Leser Annika kennen und nimmt durch ihre Beschreibungen an der authentischen Handlung teil.

„Der Sonnenaufgang im Flussgraben ist Jahre her, Jahrzehnte.
Dass die Welt ein Wunder war, auch.
Ich bin völlig allein, das letzte Lebewesen auf der Erde –
sogar die Regenwürmer sind ausgestorben.
Das letzte Wasser ist verdunstet, jetzt kommt nur noch Sand.“
(Auszug aus dem Werk: hier stirbt keiner – Lola Renn)

Annika ist ein sympathisches 15-jährige Mädchen, dass gleichzeitig viele Baustellen im Leben bewältigen muss. Der Abschied ihres Bruders setzt ihr ziemlich zu und dann muss sie auch noch alleine mit den Streitereien der Eltern zurechtkommen. Außerdem hat sie das Gefühl, ihre beste Freundin Theresa würde sie nicht mehr verstehen. Alles hat sich verändert. Chris kennt sie schon lange und ist früher mit der Familie oft gemeinsam in Urlaub gefahren. Seit ihr Bruder Marek allerdings fort ist, hat sich das Gefüge verschoben und Annika fühlt sich immer mehr zu ihm hingezogen.

Diese Erzählungen sind sehr lebendig und glaubwürdig eingefangen worden und spiegeln die Gefühlswelt der jungen Frau perfekt wider. Das Chaos der Familie setzt Annika zu und macht deutlich, wie verwirrend sie sich selbst fühlt. Das Leben eines Teenagers kann schon eine wahre Herausforderung sein.

Dadurch, dass die Autorin sowohl die familiäre Problematik als auch die zarte Liebesromanze ideal kombiniert hat, liest sich das Werk vollkommen harmonisch und leidenschaftlich. Die Seiten fliegen während des Lesens geradezu dahin. Es ist ganz einfach, sich auf die ausdrucksstarken Worte einzulassen und sich in Annika hineinzuversetzen.
Auch die tragische Komponente (Titel: hier stirbt keiner) wurde gut beleuchtet, allerdings nicht groß in Szene gesetzt. Das ist hervorragend gelungen, denn so hat der Leser das Gefühl, einer äußerst positiven Geschichte gegenüberzutreten, obwohl ein paar sehr tiefgründige Ereignisse dem Ganzen zu Grunde liegen.

Ein Roman, der mich von A bis Z begeistert hat!

Mein persönliches Fazit:
Das Werk liest sich erfrischend und aufregend. Annika hat mich vom ersten Moment an mit ihrer natürlichen Art um den kleinen Finger gewickelt und ich habe mich durch ihre authentischen Erlebnisse perfekt unterhalten gefühlt. Die Liebesgeschichte ist absolut passend, die Familienprobleme sind ergreifend und nachvollziehbar. Hier wurde nicht getrickst oder etwas verschönt, sondern realistisch eingefangen und in ein wunderbares Licht gesetzt.
Schön ist es auch, dass das Buch nicht mit einem übertriebenen Happy End aufhört, sondern eher eine kurze Passage im Leben von Annika erzählt, auf die noch viele weitere schöne, traurige, aber auch herzliche Momente warten werden.
Ich kann das Buch bedenkenlos empfehlen und würde liebend gern noch mehr über die junge Protagonistin erfahren.

Wenn ihr mehr über das Buch erfahren wollt,
dann besucht doch mal die Verlagsseite
Ein Klick, der sich lohnt. Viel Freude!

Für das Belegexemplar geht mein Dank an den Fischer-Sauerländer- Verlag.

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